Energiewissen · Beschaffungsstrategie

Industriestrompreis: Woraus er besteht und wie Unternehmen ihn senken

„Was kostet Industriestrom?“ ist eine der häufigsten Fragen, die uns Produktionsbetriebe stellen. Einen Industriestrompreis wie einen Haushaltstarif gibt es allerdings nicht. Zwei Betriebe mit gleichem Jahresverbrauch können sehr unterschiedlich zahlen. Dieser Beitrag erklärt, woraus sich der Preis zusammensetzt, wovon er abhängt und wo Sie ansetzen können.

Was ist der Industriestrompreis?

Mit Industriestrompreis ist der Preis gemeint, den Unternehmen mit hohem Verbrauch für Strom zahlen. Gesetzlich festgelegt ist der Begriff nicht. In der Praxis geht es um Betriebe, deren Verbrauch viertelstündlich gemessen wird, ab rund 100.000 kWh im Jahr. Ihr Preis wird nicht aus einer Preisliste genommen, sondern für den einzelnen Betrieb kalkuliert.

Woraus sich der Industriestrompreis zusammensetzt

  • Energiebeschaffung. Der Preis, zu dem der Strom am Großhandelsmarkt eingekauft wird, plus die Marge und die Risikoaufschläge des Versorgers. Hier entscheidet vor allem der Zeitpunkt des Einkaufs.
  • Netzentgelte. Arbeitspreis je kWh und Leistungspreis für die höchste Last im Jahr, abhängig von Netzbetreiber und Netzebene. Bei Betrieben mit hohen Spitzen oft ein großer Block.
  • Steuern, Abgaben und Umlagen. Stromsteuer, Konzessionsabgabe und gesetzliche Umlagen. Für Teile davon gibt es Entlastungen, etwa die Stromsteuer nach § 9b für das produzierende Gewerbe.

Warum Betriebe unterschiedlich viel zahlen

  • Lastprofil. Wer gleichmäßig rund um die Uhr Strom abnimmt, ist für den Versorger leichter zu beliefern als ein Betrieb mit kurzen, hohen Spitzen.
  • Netzebene und Netzgebiet. Wer an einer höheren Spannungsebene angeschlossen ist, zahlt andere Netzentgelte. Auch zwischen Netzbetreibern gibt es deutliche Unterschiede.
  • Einkaufszeitpunkt. Wer seinen gesamten Bedarf an einem Tag kauft, lässt diesen einen Tag über den Preis eines ganzen Jahres entscheiden.
  • Vertragsbedingungen. Regeln für Mehr- und Mindermengen, Preisanpassungsklauseln und Laufzeit verändern den tatsächlichen Preis, auch wenn der Arbeitspreis gleich aussieht.

Wie Sie den Industriestrompreis senken

Es gibt drei Hebel, und jeder sitzt an einem anderen Block der Rechnung:

  1. Einkauf über mehrere Zeitpunkte. Mit Tranchenbeschaffung oder Portfoliomanagement verteilen Sie das Preisrisiko, statt alles am Stichtag zu kaufen. Ein PPA kann einen Teil des Bedarfs über Jahre planbar machen. Warum der Stichtag der teuerste Tag ist
  2. Netzentgelte prüfen. Abrechnungsart, Leistungspreis und Sonderformen wie die atypische Netznutzung nach § 19 StromNEV. Wo Unternehmen beim Netzentgelt zu viel zahlen
  3. Entlastungen nutzen. Produzierende Betriebe zahlen nach § 9b StromStG 0,05 statt 2,05 ct/kWh Stromsteuer, auf Antrag bis zum 31. Dezember des Folgejahres. Anspruch prüfen

Wie Sie Angebote richtig vergleichen

Industriestrom-Angebote lassen sich nur auf gleicher Basis vergleichen: gleicher Stichtag, gleiche Mengen, gleiches Lastprofil. Achten Sie neben dem Arbeitspreis auf die Toleranzen bei Mehr- und Mindermengen, auf Preisanpassungsklauseln und auf die Bonität des Versorgers. Ein günstiger Preis nützt nichts, wenn der Versorger die Belieferung einstellt.

Und für 2027?

Wer seinen Strom für 2027 noch nicht vollständig eingekauft hat, kann einen Teil jetzt fixieren und den Rest in wenigen Schritten kaufen. Für 2028 und später lohnt der Start der Tranchenplanung schon jetzt. Welches Modell zu Ihrem Verbrauch passt und welche Fristen zählen, steht im kostenlosen Beschaffungs-Fahrplan 2027.

Einen belastbaren Preis für Ihren Betrieb nennen wir Ihnen mit Ihrem Lastgang. Die Prüfung ist kostenlos: Industriestrom für Ihren Standort.

Wie sieht das in Ihrem Unternehmen aus?

Wir prüfen kostenlos und unverbindlich, wo bei Ihnen Spielraum liegt. Mit einem Blick auf Ihre Verträge, Ihren Verbrauch und den aktuellen Markt.